22 October 2011
10 September 2011
Genscher's rollender Bunker - Logs by Roadjunky
Auf meiner 700km-Rückfahrt aus Südtirol nach Leipzig habe ich wieder enorm viel Glück: Insgesamt vier Lift und acht Stunden Fahrt und ich bin zurück im geliebten Leipzig.
Die aufregendste Fahrt habe ich mit Fred. Gerade hat er noch gesagt er würde nur nach München fahren, doch jetzt scheint er es sich anders überlegt zu haben. Ich bin glücklich endlich weiter zu kommen. Angesichts des schönen Mercedes 500 sage ich:
Fred schmunzelt: "Das erzähl ich dir auf der Fahrt. Steig ein!"
Fred fragt mich, welche Außenminister ich kenne. Ich schaffe es in umgekehrt chronologischer Weise mit stocken bis Fischer. Vor Fischer war Hans-Dietrich Genscher von 1974 bis 1992 Bundesminister des Auswärtigen.
Als ich nach meiner Tasche greife warnt Fred mich: "Bloß nicht den Knopf dadrüber berühren! Ich weiß selbst nicht, was dann passiert". In diesem Hochsicherheits-Wagen sind wir extrem sicher. Damals wurde die neueste Technik verbaut. Dennoch konnten die Ingenieure eine Gefahr nur mit einem Trick begegnen. Bei einem Unfall könnte sich die Karosserie so verkanten, dass keine Feuerwehr-Einheit auch nur die Chance hätte, die Türen zu öffnen. Daher gibt es eine Sprengladung, die im Ernstfall gezündet würde.
Bevor wir uns mit anderen Themen beschäftigen, lerne ich noch interessante Dinge über verschiedene politische Highlights der Genscher-Zeit: Die Zwei-plus-Vier-Gespräche und den sowjetischen Außenminister Schewardnadse. Er überlebte in einem geschenkten, baugleichen Mercedes 1998 ein Bombenattentat... Ich fühl mich sicher!
Auf der Raststätte Feucht bei Nürnberg muss ich einem interessanten Fahrer und Fahrzeug tschüss sagen. Fred öffnet das Handschuhfach: Ein Mikrofon kommt zum Vorschein. Wahnsinn es funktioniert noch. Ich mache eine Durchsage auf dem Rastplatz: "Ich brauche eine Mitfahrgelegenheit nach Leipzig. Danke!"
Die aufregendste Fahrt habe ich mit Fred. Gerade hat er noch gesagt er würde nur nach München fahren, doch jetzt scheint er es sich anders überlegt zu haben. Ich bin glücklich endlich weiter zu kommen. Angesichts des schönen Mercedes 500 sage ich:
"Das ist ja eine Ehre in einem so geschichtsträchtigen Wagen mitfahren zu dürfen. Was ist das für ein Modell?"- ohne die ungewollte Bedeutung dieser Aussage zu ahnen.
Fred schmunzelt: "Das erzähl ich dir auf der Fahrt. Steig ein!"
| Da saß auch mal Genschers Chauffeur! |
"Das ist Genschers ehemaliger Dienstwagen!"Wat? – Tatsächlich. Fred drückt auf einen Knopf und unerwartet senkt sich automatisch das Fenster neben mir. Zu meiner Verwunderung gucke ich auf eine 5cm – in Worten fünf Zentimeter (!) – dicke Glasscheibe.
"Diese Schutzkategorie heißt D6. Es ist einer von 20 Dienstfahrzeugen des Bundes zu Zeiten der Kohl-Ära."Bei jedem Spurwechsel sehe ich, wieviel Kraft Fred aufbringen muss, um das Schwergewicht zu kontrollieren. Wir sitzen höher, da wir zu allen Seiten von Panzerplatten umgeben sind. Bleiplatten gleichen die Neigung des Benz aus. Drei Telefone, davon eines mit geheimem Netz.
Als ich nach meiner Tasche greife warnt Fred mich: "Bloß nicht den Knopf dadrüber berühren! Ich weiß selbst nicht, was dann passiert". In diesem Hochsicherheits-Wagen sind wir extrem sicher. Damals wurde die neueste Technik verbaut. Dennoch konnten die Ingenieure eine Gefahr nur mit einem Trick begegnen. Bei einem Unfall könnte sich die Karosserie so verkanten, dass keine Feuerwehr-Einheit auch nur die Chance hätte, die Türen zu öffnen. Daher gibt es eine Sprengladung, die im Ernstfall gezündet würde.
| 5-Zentimeter-Glas!!! |
Auf der Raststätte Feucht bei Nürnberg muss ich einem interessanten Fahrer und Fahrzeug tschüss sagen. Fred öffnet das Handschuhfach: Ein Mikrofon kommt zum Vorschein. Wahnsinn es funktioniert noch. Ich mache eine Durchsage auf dem Rastplatz: "Ich brauche eine Mitfahrgelegenheit nach Leipzig. Danke!"
„Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise [… möglich geworden ist.]" Das Satzende ging im Jubel unter.– Hans-Dietrich Genscher am 30. September 1989 in der Prager Botschaft
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Craig & Dario hit the road!
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16 June 2011
Mission Impossible - Logs by Roadjunky
Dany und ich sind gerade erst von einem mysteriösen und angeblich wichtigen Mann am Leipziger Flughafen ausgesetzt worden und haben damit innerhalb von 11 Stunden 1000 Kilometer getrampt. Cool!
Jetzt stehen wir vor dem Fahrplan auf dem Bahnsteig nach Leipzig. Dany erklärt, dass pro Stunde zwei Züge kommen: "Ein ICE in 30 Minuten und eine S-Bahn in 50 Minuten." Naja, dann müssen wir wohl ne Stunde warten ... Obwohl - denke ich - und versuche sofort Dany von meiner Überlegung zu begeistern: "Lass uns die Tour mit einem wirklich unglaublichen ride beenden, lass uns den ICE trampen!" Dany ist müde und skeptisch. Natürlich! Auch mir ist bewusst, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass der Plan aufgeht. Aber nirgendwo sonst, als beim Trampen, gilt die Regel: "Fragen, kostet nichts" und "Wer nicht versucht, der nicht gewinnt."
Während wir auf dem menschenleeren Bahnsteig warten, löffeln wir unsere letzte Verpflegung aus: Ein Nutella-Glas, das uns ein anderer Tramper geschenkt hatte.
Dann ist es soweit, der ICE fährt ein. Wir sind die einzigen menschen auf dem Bahnsteig. Wir schultern unser Gepäck und ich sprinte zu dem ersten Schaffner den ich sehe. Hochmotiviert frage ich: "Schönen guten Abend. Ich habe eine besondere Frage. Wir beide sind heute mehr als 1000 Kilometer aus Italien bis hier hingetrampt. Können sie uns bitte die letzten 10 Kilometer bis zum Leipziger Hauptbahnhof mitnehmen?" Mit einem gleichgültigen und gleichzeitig belustigtem Gesichtsausdruck deutet er auf einen Schaffner zwei Waggons weiter: "Frag mal meinen Chef!"
Hoffnungsvoll renne ich zu dem Zugchef und wiederhole mein Prosastück: "Schönen guten Abend. Ich habe eine besondere Frage: Wir beide sind heute mehr als 1000 Kilometer aus Italien bis hier hingetrampt. Können sie uns bitte die letzten 10 Kilometer bis zum Leipziger Hauptbahnhof mitnehmen? Wir haben kein Geld"Mit ernster Mine und dem Blick eines Lehrers erwidert der schnauzbärtige Schaffner: "Kein Geld? ... Also kein Ticket? ... Macht das ihr reinkommt!"
Völlig in Extase durch diesen kurzen, aber skurrilen Wortwechsel schwingen wir uns in den Waggon und setzen uns in das Großraumabteil. Zu erst kichern wir leise und schlagen uns vor den Kopf, da wir es noch immer nicht begreifen wollen, was gerade passiert ist. Dann fangen wir an lauter zu lachen. Immer wieder: "Dany, wir trampen gerade nen ICE! ich glaube es einfach nicht!"
Wir machen ein paar Beweisfotos, die aber reichlich verwackeln, weil wir uns so totlachen. Dann kommen wir an in unserem geliebten, majestätischen Leipziger Hauptbahnhof - einer wahren Kathedrale. Am liebsten möchte ich dem Schaffner noch einen Kusshand zuwerfen, aber er taucht leider nicht mehr auf.
Es war ein herrliches Wochenende, vollgepackt mit Abenteuern und unglaublichen Geschichten. Es macht mir super viel Spaß mit Dany zu trampen. In entscheidenden Situationen beruhigte sie mich: Bei Wartezeiten ab 30 Minuten werde ich zum Beispiel nervös und Dany ist das aus Skandinavien gewohnt. Auf der anderen Seite half uns wohl manchmal meine französischen, italienischen und spanischen Sätze. Alles in allem - wir waren ein tolles Team auf über 2200 Kilometern!
Ich freue mich auf das nächste Level: Mit Dario per Anhalter nach Malaysia! Yay!
Daumen raus ... auf Deutsch und English
Jetzt stehen wir vor dem Fahrplan auf dem Bahnsteig nach Leipzig. Dany erklärt, dass pro Stunde zwei Züge kommen: "Ein ICE in 30 Minuten und eine S-Bahn in 50 Minuten." Naja, dann müssen wir wohl ne Stunde warten ... Obwohl - denke ich - und versuche sofort Dany von meiner Überlegung zu begeistern: "Lass uns die Tour mit einem wirklich unglaublichen ride beenden, lass uns den ICE trampen!" Dany ist müde und skeptisch. Natürlich! Auch mir ist bewusst, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass der Plan aufgeht. Aber nirgendwo sonst, als beim Trampen, gilt die Regel: "Fragen, kostet nichts" und "Wer nicht versucht, der nicht gewinnt."
Während wir auf dem menschenleeren Bahnsteig warten, löffeln wir unsere letzte Verpflegung aus: Ein Nutella-Glas, das uns ein anderer Tramper geschenkt hatte.
Dann ist es soweit, der ICE fährt ein. Wir sind die einzigen menschen auf dem Bahnsteig. Wir schultern unser Gepäck und ich sprinte zu dem ersten Schaffner den ich sehe. Hochmotiviert frage ich: "Schönen guten Abend. Ich habe eine besondere Frage. Wir beide sind heute mehr als 1000 Kilometer aus Italien bis hier hingetrampt. Können sie uns bitte die letzten 10 Kilometer bis zum Leipziger Hauptbahnhof mitnehmen?" Mit einem gleichgültigen und gleichzeitig belustigtem Gesichtsausdruck deutet er auf einen Schaffner zwei Waggons weiter: "Frag mal meinen Chef!"
Hoffnungsvoll renne ich zu dem Zugchef und wiederhole mein Prosastück: "Schönen guten Abend. Ich habe eine besondere Frage: Wir beide sind heute mehr als 1000 Kilometer aus Italien bis hier hingetrampt. Können sie uns bitte die letzten 10 Kilometer bis zum Leipziger Hauptbahnhof mitnehmen? Wir haben kein Geld"Mit ernster Mine und dem Blick eines Lehrers erwidert der schnauzbärtige Schaffner: "Kein Geld? ... Also kein Ticket? ... Macht das ihr reinkommt!"
Völlig in Extase durch diesen kurzen, aber skurrilen Wortwechsel schwingen wir uns in den Waggon und setzen uns in das Großraumabteil. Zu erst kichern wir leise und schlagen uns vor den Kopf, da wir es noch immer nicht begreifen wollen, was gerade passiert ist. Dann fangen wir an lauter zu lachen. Immer wieder: "Dany, wir trampen gerade nen ICE! ich glaube es einfach nicht!"
Wir machen ein paar Beweisfotos, die aber reichlich verwackeln, weil wir uns so totlachen. Dann kommen wir an in unserem geliebten, majestätischen Leipziger Hauptbahnhof - einer wahren Kathedrale. Am liebsten möchte ich dem Schaffner noch einen Kusshand zuwerfen, aber er taucht leider nicht mehr auf.
Es war ein herrliches Wochenende, vollgepackt mit Abenteuern und unglaublichen Geschichten. Es macht mir super viel Spaß mit Dany zu trampen. In entscheidenden Situationen beruhigte sie mich: Bei Wartezeiten ab 30 Minuten werde ich zum Beispiel nervös und Dany ist das aus Skandinavien gewohnt. Auf der anderen Seite half uns wohl manchmal meine französischen, italienischen und spanischen Sätze. Alles in allem - wir waren ein tolles Team auf über 2200 Kilometern!
Ich freue mich auf das nächste Level: Mit Dario per Anhalter nach Malaysia! Yay!
Daumen raus ... auf Deutsch und English
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